Sehnenriss

Sehnen sind bindegewebige Strukturen in unserem Körper und verbinden die Muskeln mit den Knochen. Sie sind sehr straff und stabil. Doch beispielsweise durch einen Unfall oder eine ungeschickte Bewegung kann eine Sehne anreißen oder sogar komplett durchtrennt werden. In diesem Fall spricht man von einem Sehnenriss.

In unserer Spezialpraxis für Unfallchirurgie und Sportverletzungen in Bad Soden helfen wir Ihnen, wenn es zu einer Sehnenruptur gekommen ist. Wir untersuchen Sie, stellen eine Diagnose und einen auf Sie abgestimmten Therapieplan auf.

Welche Funktionen haben Sehnen im Körper?

Unser Skelett ist an sich starr. Damit es beweglich wird, übertagen Sehnen die Muskelkraft und -aktion auf die Knochen. Das funktioniert, da Sehnen sowohl mit den Muskeln als auch mit den Knochen verbunden sind. Soll beispielsweise das Bein bewegt werden, sendet das Gehirn zunächst einen Impuls an einen bestimmten Muskel, der diesen Impuls über die verbundene Sehne auf die Knochen überträgt und diese somit in Bewegung bringt. Das Bein wird in der Folge z. B. hochgezogen oder abgeknickt.

Sehnen bestehen aus sehr stabilen Kollagenfasern und schützen sich durch ein Sehnengleitgewebe, an manchen Stellen auch durch eine sog. Sehnenscheide.

Sehnenriss

Unmittelbar nach einem Sehnenriss kommt es zu starken, stechenden Schmerzen. Betroffene Bereiche schwellen zudem meist stark an.

Welche Sehnen gibt es?

Die wichtigsten Sehnen im menschlichen Körper sind:

  • Achillessehne
    Sie verbindet den Wadenmuskel mit der Ferse und ermöglicht Bewegungen, die elementar beim Gehen und Laufen sind.
  • Quadrizepssehne
    Sie dient der Kraftübertragung vom Oberschenkel auf den Kniebereich und fixiert die Kniescheibe.
  • Patellarsehne
    Diese Sehne wird benötigt, um Kraft vom Oberschenkel an den Unterschenkel zu übertragen und z. B. eine kraftvolle Streckung des Beines durchzuführen.
  • Bizepssehne
    Ihre Aufgabe ist es, Kraft vom Bizepsmuskel im Oberarm auf den Unterarm zu weiterzuleiten. Auf diese Weise ist z. B. die Beugung des Ellenbogengelenks möglich.
  • Trizepssehne
    Sie verbindet den Trizepsmuskel am Oberarm mit dem Ellenbogen und führt zur Streckung des Ellenbogengelenks.
  • Rotatorenmanschette
    Hierbei handelt es sich um eine Muskel-Sehnen-Platte, welche aus den Sehnen der vier Schulterrotatoren besteht und das Schultergelenk umgibt. Im Zusammenspiel mit den Muskeln sind diese Sehnen für die Ein- und Auswärtsdrehung des Schultergelenks zuständig.
  • Sehnen in den Fingern
    Sie kommen an Grund-, Mittel- und Endgelenken eines jeden Fingers vor und sorgen dafür, dass die Finger gebeugt und gestreckt werden können. Dadurch ist es möglich, zu greifen, zu tippen und kraftvolle sowie präzise Bewegungen durchzuführen.

Was ist ein Sehnenriss?

Obwohl die Sehnen im Körper sehr stark sind, können sie beschädigt werden und reißen.
Bei einem Sehnenriss kommt es neben Schmerzen auch zum Funktionsverlust der betroffenen Strukturen. Das bedeutet, dass je nach Art der gerissenen Sehne die Beweglichkeit stark eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist.

Welche Symptome hat ein Sehnenriss?

Egal, welche Sehne im Körper betroffen ist – es kommt unmittelbar nach einem Sehnenriss zu einem starken, stechenden Schmerz. In manchen Fällen ist der Riss auch hörbar, so z. B. bei der Achillessehne. Hier tritt ein peitschenknall-ähnliches Geräusch auf.

Da verletzte Gefäße in die Wunde einbluten, schwillt der betroffene Bereich bei einem Riss der Sehne innerhalb kurzer Zeit an. Bewegungen werden schmerzhaft und Aktivität ist kaum möglich.

Wie kommt es zu einem Sehnenriss?

Verschiedene Ursachen können eine Sehnenruptur bedingen. Meist sind Sportverletzungen oder Unfälle daran schuld.

Sehnenrisse werden den Ursachen entsprechend in verschiedene Kategorien eingeteilt:

  • Traumatischer Sehnenriss
    Dieser entsteht aufgrund von äußerer Krafteinwirkung auf das Sehnengewebe. Das bedeutet, dass der Riss der Sehne auf eine plötzlich auftretende, übergroße Belastung zurückzuführen ist – z.B. einen Ball, der mit starker Geschwindigkeit gegen den ausgestreckten Finger prallt oder einen Tritt beim Fußball in die Achillessehne.
  • Schleichend traumatischer Sehnenriss
    Hierbei tritt der Sehnenriss nicht sofort, sondern zeitverzögert auf. Die Sehne reißt dann beispielsweise in Folge einer zuvor aufgetretenen Verletzung (z. B. einem Knochenbruch).
  • Sehnenriss durch Überbeanspruchung
    Eine weitere Ursache für eine Sehnenruptur kann eine starke Belastung über einen längeren Zeitraum sein. Als typisches Beispiel gelten Kraftsportler, die zu schnell Muskulatur aufbauen wollen. Der Sehnenriss kann auch infolge einer Dauerbeanspruchung auftreten.
  • Degenerativer/spontaner Sehnenriss
    Rheuma, Bindegewebserkrankungen und andere gesundheitliche Probleme können die Sehnen so weit schädigen, dass sie reißen. Veränderungen, die durch den natürlichen Alterungsprozess entstehen, können einen spontanen Sehnenriss bei vergleichsweise einfachen Belastungen zur Folge haben.

Wie wird ein Sehnenriss diagnostiziert?

Mit einem ausführlichen und detaillierten Patientengespräch sowie einer körperlichen Untersuchung (Tastuntersuchung, Prüfen der möglichen Bewegungen) kann der Verdacht auf einen Sehnenriss gestellt werden. Weiterhin helfen uns bildgebende Verfahren, um die Diagnose zu sichern. In der Regel sind dies Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen sowie in manchen Fällen auch ein sog. MRT (Kernspintomographie).

Wie wird ein Sehnenriss behandelt?

Die Behandlung von Sehnenrissen zielt darauf, Muskel, Sehnen und Knochen wieder funktional miteinander zu verbinden. Je nach Art des Sehnenrisses und Schwere der Symptome kommen konservative oder operative Methoden zur Therapie infrage.

  • PECH-Schema
    Zur Erstversorgung und begleitenden Behandlung wird das PECH-Schema empfohlen:
    P wie Pause (Beendigung der körperlichen Aktivität), E wie Eis (Kühlen der verletzten Stelle), C wie Compression (Anlegen eines Druckverbands) und H wie Hochlagerung (falls möglich).
  • Konservative Therapie
    Das Ziel der konservativen Therapie ist es, dass der Riss unter Entlastung von selbst heilt. Dazu wird die betreffende Region für einen bestimmten Zeitraum mit einer Orthese oder einem Gipsverband ruhiggestellt. Zur Unterstützung können physiotherapeutische Maßnahmen erfolgen.
  • Operative Therapie
    Ist die konservative Behandlung nicht möglich oder wird sie nicht zum gewünschten Erfolg führen, kann ein chirurgischer Eingriff helfen. Gerissene Sehnen können mit unterschiedlichen Methoden wieder zusammengenäht und befestigt werden. Lässt der Zustand der Sehne ein Zusammennähen nicht zu, so kann die Sehne auch durch eine sog. Plastik ersetzt werden. Diese kann aus eigenem Sehnengewebe aus einer anderen Körperstelle sowie aus Sehnengewebe eines Spenders oder aus einem synthetischen Material bestehen. Der Ablauf nach der Operation ähnelt dem der konservativen Therapie.

Kontakt aufnehmen

Befürchten Sie, von einem Sehnenriss betroffen zu sein? Wir sind Ihr erster Ansprechpartner und gerne für Sie da.

SODENIA Gesundheitszentrum

Facharztpraxis chirurgie-maintaunus
c/o Fachbereich Unfallchirurgie
Dr. Riediger / Hirschberger
Prof.-Much-Str. 2
65812 Bad Soden

T: 06196 651610 / F: 06196 651625